Die missionarischen Ebenen

/ Victor Sudermann

Die Missionare des Neuen Testaments zogen nicht einfach in alle Welt, sondern hatten Regionen, Häuser und einzelne Menschen im Blick.

In jedes Herz, in jedes Haus, in jeden Ort.

Nicht zufällig beginnt unsere neue Vision mit dieser Aufzählung. Jüngerschaft beginnt in einem Menschen, strahlt in sein Umfeld und verändert Regionen. In der Apostelgeschichte 20,17-38 finden wir die Abschiedsworte von Paulus an die Ältesten in Ephesus. Was darin auffällt: Paulus nennt hier vier Ebenen, auf denen er Menschen unterwiesen hat. Die Ebene ...

  • ... der Provinz Asien (V. 18),
  • ... der Ältesten in der Gemeinde Ephesus (V. 17),
  • ... der Öffentlichkeit und der Häuser (V. 20),
  • ... einzelner Menschen (V. 31).

Wie wir hier entdecken, lebte Paulus seinen Auftrag auf unterschiedlichen Ebenen aus. Er sah die Provinz, den Ort, die Häuser und den einzelnen Menschen und hatte konkrete Ziele für jede Ebene.

In einer weiteren Bibelstelle in Römer 15,7-33 zeigt Paulus den Christen in Rom, für wen er seinen Auftrag sieht, wem er das Evangelium von Christus schon gebracht hat und wohin er es noch bringen will:

  • „die Nationen“ waren im Blick (V. 9+16+18),
  • „von Jerusalem bis nach Illyrien“ war er gereist (V. 19),
  • „nach Spanien“ wollte er noch (V. 24).

Auch hier redet Paulus über mehrere Ebenen: die beiden Ebenen Welt und Land.

Je mehr ich mich mit dem Auftrag von Paulus im Neuen Testament beschäftigte, desto deutlicher wurde mir, wie stark er als Apostel in unterschiedlichen Ebenen dachte. Paulus war getrieben von dem Auftrag, den Menschen das Evangelium von Jesus zu bringen. Aber in den unterschiedlichen Ebenen verfolgte er einzelne Ziele, damit der Auftrag sich erfüllte.

Jesus und die Ebenen

Auch Jesus spricht über diese Ebenen. In Apostelgeschichte 1,8 lesen wir von dem Auftrag, den er kurz vor seiner Rückkehr in den Himmel seinen Jüngern gibt: „Aber wenn der Heilige Geist auf euch herabkommt, werdet ihr mit seiner Kraft ausgerüstet werden, und das wird euch dazu befähigen, meine Zeugen zu sein

  • in Jerusalem,
  • in ganz Judäa und Samarien und
  • überall sonst auf der Welt, selbst in den entferntesten Gegenden der Erde.“

Wir sehen daher auch für uns verschiedene Ebenen, auf denen wir unseren Auftrag erfüllen sollen. Wir haben für uns die sechs Ebenen Welt, Land, Region, Ort, Haus und Mensch benannt.

Die Ebenen und ihre Ziele

EBENE WELT

In Matthäus 24,14 sagt Jesus: „Die Botschaft vom Reich Gottes wird in der ganzen Welt verkündet werden, damit alle Völker sie hören. Dann erst kommt das Ende.“ Wir haben in unserer Zeit den Auftrag, alle Nationen zu Jüngern zu machen. Jeder soll die Chance haben, Gottes Kind zu werden. Jedes Volk, jede Nation und jede Sprache sollen es wissen (vgl. Röm 15,9-20).

Ziel: Weltweite Verkündigung

EBENE LAND

70 Jünger wählte Jesus aus und schickte sie zu zweit in die Orte, in die er später selbst gehen wollte (Lk 10,1). In Apostelgeschichte 13,1-3 lesen wir, dass Barnabas und Paulus als Team ausgesandt wurden, um das Evangelium in anderen Regionen zu verkünden.

Ziel: Zusammenstellung und Aussendung apostolischer Teams

EBENE REGION

Paulus predigte Gottes Reich „volle zwei Jahre lang, sodass nach und nach die ganze Bevölkerung der Provinz Asien – Juden wie Nichtjuden – die Botschaft des Herrn hörte“ (Apg 19,8-10). Die ausgesandten apostolischen Teams verbreiteten das Evangelium in der Region, sodass jeder es hören konnte.

Ziel: Verbreitung der Botschaft vom Reich Gottes

EBENE ORT

In den Ortschaften, in denen Paulus oder seine Mitarbeiter das Evangelium schon früher verkündet hatten, setzten sie nun Leiter ein (Apg 14,22-23; Tit 1,5).

Ziel: Dienende Leitende einsetzen und fördern

EBENE HAUS

Die ersten Christen trafen sich im natürlichen Lebensumfeld ihrer Wohnhäuser. Die Zusammenkünfte waren geprägt von gegenseitiger Liebe und herzlicher Gemeinschaft (Apg 2,42; Joh 13,34-35).

Ziel: Multiplikative Hausgemeinschaft, die von liebevoller Gemeinschaft geprägt ist

EBENE MENSCH

„Mit aller Weisheit, die Gott mir gegeben hat, ermahne ich die Menschen und unterweise sie im Glauben, damit jeder Einzelne durch die Verbindung mit Christus reif und mündig wird“ (Kol 1,28 HfA). Paulus war wichtig, dass jeder, der durch seine Verkündigung zu Christus kam, zu einem reifen Menschen wurde.

Ziel: Die Unterweisung jedes Einzelnen in die reifende Christusähnlichkeit

Was das für uns bedeutet

Das Denken in diesen Ebenen prägt nicht nur unsere Arbeit im Weserbergland, sondern es findet sich auch in der neuen Vision der DIM wieder. Wir möchten in Zukunft gern mehr vollzeitliche Mitarbeiter und auch nebenberufliche Mitstreiter in apostolische Teams zusammenführen, die eine Berufung für eine Region in Deutschland haben. Diese Teams sollen befähigt werden, die Botschaft vom Reich Gottes in der Region zu verbreiten. Durch die Verbreitung der Botschaft entstehen neue Hausgemeinschaften, die sich selbst multiplizieren sollen, weil jeder Einzelne in die Reife geführt wird und als Jünger Jesu seinen Auftrag erfüllt. So wollen wir als DIM unseren Beitrag zur weltweiten Verkündigung in unserem Land leisten. Und wir sind gespannt, was Gott in der nächsten Zeit mit uns als DIM tut!

Dieser Artikel ist auch im Brennpunkt 2019-01 auf Seite 4 zu finden.

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