Vorbereitung

image Alles beginnt mit „dankbar-unzufriedenen“ Menschen. Nicht „denkbar-unzufrieden“, sondern dankbar für das, was Gott schon getan hat, aber unzufrieden mit der Ist-Situation. Unzufrieden, dass viele Menschen noch nie das Evangelium gehört haben. Unzufrieden, dass es tausende Orte und Städte ohne lebendige Bibelkreise und Gemeinden gibt. Wenn wir selbstzufrieden weitermachen wollen wie bisher, wird sich nichts daran ändern. Zu der Unzufriedenheit muss eine Vision kommen, die uns weiterbringt. Wenn wir einzelne kleine Schritte gehen, muss doch die Richtung klar sein, in die wir unterwegs sind. Beides ist wichtig: Die Vision vom großen Ganzen und die nächsten Schritte, die jeder von uns gehen kann. Wenn es jetzt noch mutige Leiter gibt, die den Einzelnen den Rücken stärken, kann es losgehen. Wir suchen beide und beten dafür. Für „dankbar-unzufriedene“ Menschen, die sich von einer Vision anstecken lassen und denen wir die nächsten einfachen Schritte zeigen wollen, und für mutige Leiter, die ein Herz für ihren Ort oder ihre Region haben und Gruppen auf ihrem Weg begleiten wollen.

Es gibt einige wichtige Schritte, die bei einer Bewegung eine zentrale Rolle spielen. Diese Schritte können nicht im Nachhinein „installiert“ werden, sondern müssen in der Prägung der einzelnen Gruppen von Anfang an betont werden. Wenn wir selbst nicht beten, wie sollen wir anderen beibringen zu beten? Wenn wir uns selbst nicht an Gottes Wort ausrichten, wie sollen andere lernen, Gottes Wort im Alltag umzusetzen? Wenn wir in unserer Arbeit nicht zielgerichtet vorgehen, wie sollen andere erkennen, welch hohe Priorität zielgerichtetes Vorgehen hat? Wenn wir die Gruppen selbst leiten, wie sollen interne Leiter die Führung der Gruppen übernehmen?

Wir wollen von Jesus lernen, deshalb hier noch einmal der erste Abschnitt:

Danach bestimmte der Herr zweiundsiebzig andere Jünger und schickte sie zu zweit voraus in alle Städte und Ortschaften, die er später selbst aufsuchen wollte. Er sagte zu ihnen: »Die Ernte ist groß, doch es sind nur wenig Arbeiter da. Bittet deshalb den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter auf sein Erntefeld schickt. Geht nun! Seht, ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe. Nehmt keinen Geldbeutel mit, keine Vorratstasche und keine Sandalen. Haltet euch unterwegs nicht mit langen Begrüßungen auf.
Lukas 10,1-4

Denke regional!

Jesus schickt uns als Team an Orte bzw. zu Bevölkerungsgruppen, die er selbst besuchen will. Es geht um Städte und Orte, um Gruppen, nicht nur um Einzelpersonen. Wir müssen anfangen, in Regionen zu denken, nicht nur an unser eigenes kleines Umfeld - auch wenn dort die ersten Schritte beginnen. Jesus ist zuallererst wichtig, dass wir gemeinsam mit ihm losgehen. Dazu müssen wir wissen, was er will. Daher nimmt Gebet eine Schlüsselrolle ein. Gott beruft und sendet Arbeiter, deshalb sollen wir ihn bitten.

Bete und baue ein Gebetsnetzwerk auf!

Überall, wo es Aufbrüche gibt, wo geistliche Bewegungen entstehen, wo sich Menschen neu auf den Weg machen, spielt Gebet eine absolute Schlüsselrolle. Und das ist nicht verwunderlich, weil es schließlich Gott selbst ist, der sein Reich und seine Gemeinde baut. Weil es Gott ist, der gebeten werden möchte und dann gerne gibt. Verwunderlich dabei ist nur, dass wir Christen dem Gebet nur eine untergeordnete Stellung einräumen und versuchen, selbst die Dinge in der Hand zu haben.

Gemeindegründer und Missionare verbringen einige Zeit damit, andere Christen dazu zu bewegen, für sie zu beten. Da werden Gebetspartner gesucht, Rundbriefe verschickt und Berichte in Gemeinden gegeben. Alles schön, wertvoll und gut - aber um ein Vorbild zu sein und um zu zeigen, dass einem die anderen auch am Herzen liegen, sollte man anfangen, für andere zu beten.

Man kann z.B. jeden Tag im Monat eine Person anrufen, nach Anliegen fragen und für sie am Telefon beten. Man kann Gebete in Briefen oder Mails formulieren. Man kann regionale und überregionale Gebetstreffen ins Leben rufen - da sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt.

Außerdem kann man das Gebetsnetzwerk benutzen, um geistlich sprachfähig zu werden. Dazu fasst man dem Gebetspartner in ein oder zwei einfachen Sätzen zusammen, was Gott einem in der „Stillen Zeit“ mit auf den Weg gegeben hat und wie man in diesem Punkt gehorsam sein will. Das ermutigt, das fordert ein Stück weit Rechenschaft und hilft uns, ganz selbstverständlich über den Glauben zu reden.

Wollen wir etwas in unserer Region bewegen, müssen wir auch die bestehenden Gemeinden für unsere Vision begeistern und ins Gebet einbinden. Dabei gilt: Man kann nur dann für etwas gezielt beten, wenn man davon Bescheid weiß. Wenn wir Bewegung wollen, brauchen wir unbedingt transparente Kommunikation. Andere müssen wissen, was wir vorhaben. Sie sollen ermutigt werden, mitzukommen und durch ganz praktische Erfahrungen angestachelt werden, ihren Nächsten in den Blick zu nehmen, selbst Personen des Friedens (PdFs) zu suchen und Gruppen zu gründen.

Auf der Seite des Gebets bestürmen wir Gott, dass er Menschen vorbereitet, Situationen schafft und uns zu den richtigen Menschen bringt. Auf der anderen Seite versuchen wir alles in unserer Macht stehende, um möglichst viele Informationen über die Menschen in unserer Region zu sammeln. Dafür brauchen wir eine detaillierte Analyse.

Bleibe nicht zu Hause - gehe raus!

Jesus war bei den Menschen und er lässt auch die Jünger nicht in ihrer gemütlichen Atmosphäre zu Hause, sondern sendet sie aus. Wir müssen hingehen, nicht kommen lassen. Wir sollen zu den Menschen gehen. Die Ernte kommt nicht zu dir, sondern ist auf den Feldern zu finden.

Deshalb lohnt es sich auch, nicht nur zu Hause zu beten. Es geht um Gebet in den Orten - zu Hause zu beten ist sicher nicht verkehrt - aber man lernt nur dann Städte und Dörfer richtig kennen, wenn man sich in ihnen bewegt. Wenn man sich Häuser, Straßenzüge und die Landschaft anschaut, von der die Menschen geprägt sind und die von Menschen geprägt wurden. Jetzt geht es allerdings bei den Gebetsspaziergängen nicht darum, Gegenden magisch „freizubeten“ - vielmehr ist es wesentlich, sich mit den Menschen zu identifizieren und Gott um sein Eingreifen zu bitten. Dabei ist es gut, sich so natürlich wie möglich zu bewegen. Wer mit Bannern und erhobenen Händen glaubt, Personen des Friedens ausfindig zu machen, wird vielleicht enttäuscht. Unsere Erfahrung zeigt, dass man ein breites Interesse und möglichst viele Anknüpfungspunkte für Gespräche haben bzw. bieten sollte. Gespräche über ein bestimmtes regionales Thema oder auch über Fragen zur Region, zum Ort oder zu vorhandenen Nöten zeigen, dass man sich ehrlich für die Menschen interessiert. Und dieses ehrliche Interesse am anderen ist der erste Schritt in einer Beziehung.

Gehe zielstrebig vor! Lass dich nicht aufhalten.

Gott kann uns am Besten dann lenken, wenn wir unterwegs sind. Und unterwegs sind wir nur dann, wenn wir zielstrebig planen. Wenn du nicht planst und gezielt Dinge tust, wird sich nichts verändern. Erst wenn du anfängst zu beten, wenn du anfängst, andere Christen für gemeinsame Aktionen zu begeistern, wenn du anfängst, deine Region zu besuchen und unter die Lupe zu nehmen, wirst du Gott in viel größerem Ausmaße erleben.

Gehe im Team!

Jesus schickte keinen alleine los. Also gehe auch du nicht alleine los, son- dern suche dir (und bete für) einen Partner, mit dem du gemeinsam losgehen kannst. Als Team hast du mehr Anknüpfungsmöglichkeiten, gegenseitige Ermutigung und Unterstützung. Gemeinsame Erfahrungen machen doppelt dankbar.

Tausche dich mit anderen aus!

Die Jünger sind zwar nur zu zweit, aber nicht ohne Hilfe und Anweisungen losgegangen. Sie haben sich hinterher wieder getroffen, ausgetauscht und ein Nachgespräch mit Jesus gehabt. Es gibt eine Menge Leute, die schon Erfahrun- gen beim Beten, beim Rausgehen und Personen-des-Friedens-finden gemacht haben. Tausche dich mit ihnen (und uns) darüber aus. Dadurch lernst du und andere eine Menge.

Vertraue auf Gott!

Unsere grundsätzliche Haltung soll von tiefem Gottvertrauen geprägt sein. Wir müssen uns von Gott abhängig machen. Darauf vertrauen, dass er uns an den richtigen Ort, zu den richtigen Personen führt und uns versorgt. Die Jünger sollten sich zum Beispiel nicht finanziell absichern. Bewegung entsteht nur dann, wenn Finanzen keine Rolle spielen.