Die Geschichte der DIM

Im Jahre 2012, in dem die Deutsche Inland-Mission 50 Jahre alt wird, lautet die Jahreslosung aus 2Kor 12,9: „Jesus Christus spricht: Meine Gnade genügt dir, denn meine Kraft kommt in Schwachheit zur Vollendung.“

Ohne Übertreibung kann man sagen, dass dies die Erfahrung der DIM in ihrer Geschichte geworden ist. Ich möchte das im Folgenden an einigen Beispielen zeigen.

Wie war es in den Anfängen, als die DIM entstand? Das wurde im Jahr 2010 noch einmal deutlich im Nachruf auf die Ehefrau des Gründers Jochen Lagemann, Emma Lagemann. Ich zitiere: „Als sich auf Evangelisations- veranstaltungen in Schleswig-Holstein etliche Menschen bekehrten, aber keine geistliche Heimat fanden, wuchs bei Joachim und Emma Lagemann die Sicht, zusammen mit weiteren Geschwistern 1962 die Deutsche Inland-Mission zu gründen mit dem Ziel der Gemeindegründung in solchen geistlichen „Notstandsgebieten“.

Familie Lagemann war inzwischen auf 9 Personen angewachsen, aber Emma stand nach wie vor ihren „Mann“ bei der Kindererziehung und als Frau des Missionars, dem sie den Rücken freihielt, und der zuweilen für Monate kaum zu Hause sein konnte. Auch die Zentrale der DIM wurde lange Zeit im Haus der Familie Lagemann untergebracht und so war Emma immer wieder auch Anlaufstelle bei Nachfragen und kurzfristigen Regelungen. Selbst die Kinder lernten Missionsarbeit im Kleinen, wenn z. B. der Rundbrief der Mission am Wohnzimmertisch gefaltet und eingetütet wurde.“

Da begann keine große Missionsgesellschaft ihre Arbeit, sondern ein kleiner Familienbetrieb mit gesundheitlich angeschlagenen Hauptakteuren machte sich im Vertrauen auf Gott an die Arbeit. Das setzte sich fort, als Jochen Lagemann schon 1979 plötzlich nach einem Herzinfarkt heimging und die prägende Persönlichkeit der Anfangszeit fehlte. Aber Gott schenkte Nachfolger, die in die Verantwortung eintraten und bei allen Problemen – von finanziellen Engpässen über schwierige Mitarbeiterfragen bis zu Fragen der Ausrichtung der Missionsarbeit – erfuhren, dass es nicht am eigenen Wollen und der eigenen Leistung liegt, sondern an Gottes Gnade. So kann ich aus meiner Sicht sagen, dass mein Weg zur DIM vor gut zwanzig Jahren vom plötzlichen Heimgang eines Vorstandsmitglieds angestoßen wurde. Danach musste ich erleben, dass im Laufe der Jahre vier meiner Mit-Vorstandsbrüder verstarben, einige sehr plötzlich und jung. Weitere schieden aus anderen Gründen aus der Arbeit aus. Insgesamt erlebte ich drei missionarische Leiter bzw. Missionsleiter, die relativ schnell ihren Dienst aus unterschiedlichen Gründen beendeten. Es gab eine Phase, in der die Beziehungen zwischen Mitarbeitern und den Gremien nicht einfach waren. Über drei Jahrzehnte galt ein Teil der Aktivitäten unserem Familienfreizeitheim Haus Heidkate an der Ostsee und noch länger dem Kin- dergarten in Laboe, bei denen häufig Fragen nach finanziellen Mitteln und Personal die Beratungen prägten. Bei all den schwierigen Fragen, die hier gehäufter wirken, als sie jeweils in den 50 Jahren DIM-Geschichte erschienen sind, blieb am Ende diese Erfahrung: Dass die DIM alle diese Schwierigkeiten überwunden hat und weiter ihren Auftrag Gemeindegründung durchführt, ist allein der Gnade Gottes und seiner Kraft zu verdanken. Er hat alle Verantwortliche in den Gremien der DIM und alle Mitarbeiter gestärkt und ihnen Gaben geschenkt, die sie für das Missionswerk eingebracht haben. Nur er hat die vielen Beter erhört, die seit 50 Jahren die Hände falten. Nur er hat die Herzen und Hände unserer Spender bewegt, die uns die Mittel schenkten, die wir brauchten. Und eine Erfahrung blieb auch: Gott kam nie zu spät. Das hat alle früheren und alle heutigen Verantwortungsträger und alle Mitarbeiter immer wieder zum Dank für unseren Gott geführt.

Kurzfassung der Geschichte der DIM

Der Gründer der DIM war Jochen Lagemann. Er arbeitete zunächst als Missionar im Missionswerk „Neues Leben” von Anton Schulte und konnte erfolgreich in Schleswig-Holstein evangelisieren. Ende der 1950er Jahre erkannte er die Notwendigkeit, mit Gemeindegründungsarbeit zu beginnen. Zu diesem Zeitpunkt war dies in Deutschland ein ungewöhnlicher Gedanke. Deshalb kam es 1962 in Siegen zur Gründung eines neuen Glaubenswerkes: der Deutschen Inland-Mission (DIM). Seitdem hat sich die DIM kontinuierlich innerhalb ihres Auftrags den veränderten Gegebenheiten in Deutschland angepasst.

Die einzelnen Stationen in der Anfangsphase

  • 1960 - Freizeiten an der Ostsee in Heidkate durch Joachim Lagemann und Missionsteams
  • 1961 - Ruf der jungen Christen in der Probstei nach dauerhafter Betreuung
  • 1962 - Gründung der Deutschen Inland-Mission (DIM) durch Eintrag in das Vereinsregister des Amtsgerichts Siegen danach: Missions- und Gemeindegründungsarbeit in Holstein, in der Lüneburger Heide, Bayern, in der Eifel, im Saargebiet und im Emsland mit ersten selbstständigen Gemeinden
  • 1962 - Eröffnung des missionarischen Kindergarten Laboe mit bis zu 50 Kindern
  • 1967 - Eröffnung von Haus Heidkate am Schönberger Strand